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1. Obergeschoss - Raum 14


Festungsstadt Überlingen

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Türme und Tore der Stadt Überlingen in panoramahaften Nachbildungen von Josef Walz (+1933).

Überlingen als Festung

Die 1643 von Matthäus Merian veröffentlichte Ansicht zeigt Überlingen mit den zur Festung ausgebauten Wehranlagen. Eine ca. 2,25 km lange Mauer mit Gräben, die bis zu 20 m breit und 22 m tief waren, 11 Toren und Tortürmen sowie 15 bis zu 32 m hohen Türmen und Bastionen machten die Stadt mit damaliger Kriegstechnik uneinnehmbar.

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Der Ausbau zur Festung im 16. und 17. Jahrhundert war der letzte Schritt in der Befestigungsgeschichte Überlingens, das wegen seines Wohlstands und seiner Lage von großer wirtschaftlicher und strategischer Bedeutung war: Man darf annehmen, dass bereits die Marktsiedlung im 12. Jahrhundert durch Palisaden bewehrt war. Nach der Verleihung des Markt- und Stadtrechts 1180/81 bzw. im frühen 13. Jahrhundert begann gegen 1220 der Bau einer Befestigung mit Mauern, Gräben, Toren und Türmen. Der erste, rund 1,6 km lange Bering umschloss im Fünfeck den Kern der heutigen Altstadt. An der Stelle seines nördlichen Tors steht das heutige Franziskanertor.

Im 14. Jahrhundert wurde die „Dorf“ genannte Vorstadt nördlich des Stadtkerns durch den zweiten Bering in die Befestigung einbezogen. Zu diesem gehört das Aufkircher Tor.

Um 1500 begann man mit dem dritten Bering im Westen, der auch die Fischerhäuser-Vorstadt einschloss. 1503/4 entstand u. a. der Gallerturm, der erste runde Wehrturm nördlich der Alpen. Im Zug dieser Maßnahme wurden die bestehenden Festungswerke durch Verstärkung und Ausbau der modernen Kriegstechnik angepasst. Zur Schaffung der heutigen Stadtgräben bewegte man ca. 450.000 m³ Fels.

1798 wurde die Festung aufgelassen und Überlingen zu einer „offenen Stadt“. Im 19. Jahrhundert gingen durch Einsturz und Abriss bedeutende Teile der Wehranlagen verloren. 1813 stürzte z. B. das baufällige Christophstor als schönstes seiner Art ein.