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Erdgeschoss - Raum 3


Wunderkammer

Lokale, altägyptische und exotische Kuriositäten

Ansicht-1

Raritäten und Museum

In der bewusst gewählten Mischung aus künstlerischen, kunsthandwerklichen, exotischen, historischen und natürlichen Objekten wird das breite Sammlungsspektrum des Museums anschaulich.

Verschiedenartige Gegenstände gemeinsam zu präsentieren, steht in einer Tradition, die letztlich bis in die Antike zurückreicht: Seit alters weckten seltene und merkwürdige Dinge die Neugier der Menschen, die sie als Raritäten oder Kuriositäten zusammentrugen. Ihre Schätze stellten sie meist in einem Raum aus, der ausgewählten Personen zugänglich war.

Im 16. Jahrhundert entwickelten sich aus Raritäten- oder Kuriositätenkabinetten zum Teil sehr umfangreiche und kostbare Sammlungen, die natürliche und vom Menschen gefertigte Objekte vereinten (Naturalia bzw. Artificialia). Ihre Hochzeit lag im 17. Jahrhundert, als Fürsten und wohlhabende Bürger so genannte Kunst- und Wunderkammern einrichteten und mit ihnen den universalen Zusammenhang aller Dinge – Geschichte, Kunst, Natur und Wissenschaft – zeigen wollten. Aus solchen Universalsammlungen gingen seit dem späten 18. Jahrhundert die Museen nach heutigem Verständnis hervor.

Die Objektvielfalt des Städtischen Museums Überlingen geht jedoch nicht auf das systematische, erkenntnisorientierte Sammeln einer einzelnen Person zurück. Vielmehr hat sie ihren Grund in der unterschiedlichen Herkunft der Gegenstände: Sie stammen aus Kirchen und städtischem Besitz – hier z. B. das seltene Schild der „Republik Baden“, die von 1918 bis 1933 bestanden hat –, vor allem jedoch aus privaten Beständen, welche die jeweiligen Interessen der zumeist Überlinger Sammler spiegeln.

So treffen in diesem Raum Raritäten aus dem Morgen- und Abendland aufeinander.