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2. Obergeschoss - Raum 22


Kleiner Barocksaal

Plastikensaal_museum_2_22

Ehemaliger Repräsentationsraum. Stuckdecke der Wessobrunner Schule; das Fresko eine Allegorie der Fruchtbarkeit. An den Wänden Plastiken des 17. und 18. Jh. vorab Überlinger Provenienz.

Kirchliches Leben im Barock und Rokoko

Der repräsentative Saal erhielt bei der Barockisierung des Gebäudes kurz nach 1700 rote Stuckmarmorsäulen und die reiche Stuckdecke. Im Zentrum hat sich das einzige barocke Deckengemälde des Hauses erhalten: eine Allegorie der Fruchtbarkeit.

Die ausgestellten Bildwerke spiegeln die Blüte der Kirchenkunst vor dem 30-jährigen Krieg und im 18. Jahrhundert in Überlingen.

Einblick in Planungs- und Arbeitsprozesse einer Künstlerwerkstatt gestattet der Riss des Hochaltars des Überlinger Münsters. Der mächtige Schnitzaltar wurde von Jörg Zürn 1613 entworfen und bis Ende 1616 von ihm und seiner Werkstatt geschaffen. Zu dieser gehörte auch Michael Zürn d. Ä., welcher mit Schnitzarbeiten in diesem Saal vertreten ist. Die großformatige Entwurfszeichnung war wohl Grundlage für die Auftragsvergabe an Jörg Zürn, von dessen Hand die Zeichnungen der Figuren stammen. Aus mehreren Teilen collageartig zusammengefügt und mit Ergänzungen versehen, dokumentiert der Riss auch die fortlaufenden Veränderungen an dem anspruchsvollen Altar, der an der Schwelle zum Barock steht.

Eindrucksvoll zeugen die Skulpturen der Anna Selbdritt, des hl. Christophorus (beide 1750) und der Maria mit Kind (1746) vom Können des Bildhauers, Stuckateurs und Altarbauers Joseph Anton Feuchtmayer. Er schuf sie für die Luzien-Kapelle dieses Hauses. Anna Selbdritt und Christophorus standen dort auf den beiden erhaltenen Konsolen an den Längswänden hoch über den Gläubigen. Die heutige Präsentation hingegen erlaubt die Betrachtung der Meisterwerke aus unmittelbarer Nähe.

In den Vitrinen sind Kleinplastiken u. a. von Michael Zürn d. Ä., Joseph Anton Feuchtmayer und dessen Nachfolgern Johann Georg Dirr und Johann Georg Wieland ausgestellt. Es handelt sich um Entwürfe für großformatige Bildwerke wie auch um vollendete Darstellungen im kleinen Format.